Schaffensprozess

Von der Idee zum Modell

Mein Name ist Ulrike Horn. Ich bin gelernte Steinbildhauerin und Germanistin. Oder besser umgedreht: Germanistin und gelernte Steinbildhauerin, denn erst nach dem Studium hatte ich die Chance meine Lehre an der Dombauhütte in Bamberg zu beginnen.

Der Spaß an der Sprache und die Freude am kreativen Gestalten bestimmen bis heute mein berufliches Leben. Doch seit ich denken kann fasziniert mich die Steinbildhauerei. Ich kann wirklich sagen: Stein spricht mich an. Er berührt mich, denn er macht Empfindungen buchstäblich greifbar.

Die zündende Idee zum „Lebensstein“ verdanke ich einem Objekt, das ich selbst in der Lehrzeit entworfen und gestaltet habe. Mein „Wächter“ ist in gewissem Sinne der „Ur-Lebensstein“. Ohne seine stoische Ruhe, seine unerschütterliche Gelassenheit und beruhigende Gegenwart wäre mir die positive Wirkung eines solchen Objektes sicher nicht bewusst geworden. Eines Tages wurde mir klar: Dieser Stein tut mir gut! Tatsache ist: Er begleitet mich. Er ist immer da. Mitten in meinem Leben… Er ist mein Lebensstein.


Ich bin überzeugt, dass ein Lebensstein auch Dein Leben bereichert. Deshalb möchte ich Dich begleiten bei dem Prozess, einen Lebensstein nach Deinen Vorstellungen und Wünschen zu entwerfen und zu gestalten. 

Wenn Du dazu bereit bist, gehen wir gemeinsam die ersten Schritte von der verschwommenen Idee zum konkreten Modell aus Ton oder Gips. Das Modell vermittelt Dir ein klares Bild davon, wie Dein Stein aussehen wird. Du kannst es in die Hand nehmen und befühlen, Du kannst es anderen zeigen und mit Freunden und Bekannten darüber sprechen. Du kannst das Modell sogar als XS-Lebensstein zuhause aufstellen und es in Ruhe auf Dich wirken lassen.

Erst, wenn Du so weit bist, holen wir bei kompetenten und erfahren Steinbildhauer/-innen Angebote ein. Du entscheidest schließlich, wem Du die Arbeit anvertrauen möchtest. Damit beginnt der Weg vom Modell zum fertigen Lebensstein.

 

Vom Modell zum Lebensstein

Vom Modell zum fertigen Lebensstein sind es viele Arbeitsschritte: Es beginnt mit der Suche nach dem geeigneten Material. Hat der Rohblock beispielsweise auch nur einen haarfeinen Riss, ist er nicht zu gebrauchen. Erfahrene Fachleute erkennen, etwa am Klang, ob das Material in Ordnung ist.

Zunächst wird mit schwerem Werkzeug und hohem Kraftaufwand gearbeitet, um die groben Umrisse freizulegen.

Anschließend wird langsam und stetig Schicht für Schicht abgetragen. Wenn dann die Form Gestalt annimmt, wird die Figur nach und nach „herausgeschält“. Du kennst vielleicht den Satz: Bildhauern ist ganz einfach. Man muss nur wegschlagen, was nicht dazugehört.

Je klarer die Figur zutage tritt, desto mehr Fingerspitzengefühl ist gefordert. Bloße Kraft bringt jetzt wenig, denn ein einziger „beherzter“ Schlag kann alles kaputtmachen. Erste einfache Steinmetzweisheit: Was weg ist, ist weg.

Mit der Oberflächenbearbeitung erhält der Stein sein unverwechselbares Profil. Dabei gibt es annähernd zwanzig Bearbeitungsmöglichkeiten. Der Stein wird gekrönelt, geflammt, gestockt, geschliffen oder poliert…. Manches hast Du sicher schon gehört.

Ist die Oberfläche fertig, wird häufig eine Schrift auf den Stein übertragen. Auch hier gilt es auszuwählen, denn es gibt Hunderte verschiedener Schriften. Welche passt am besten zum Objekt? Welche unterstreicht die Form und vermittelt die Botschaft optimal?

Du siehst also: Vom Modell zum Lebensstein ist es ein gutes Stück Arbeit…. Doch es lohnt sich, denn – und das ist die zweite einfache Steinmetzweisheit - Stein ist und Stein bleibt!

 

Für die eindrucksvollen Bilder zum Schaffensprozess danke ich den beiden Bildhauern Christoph Gabriel aus Witten, der hier den Entstehungsprozess seiner Wettbewerbsarbeit „Spiralblatt“ dokumentiert, und Günter Schinn aus Riedenburg, der die Bilder zur Entstehung seiner Wettbewerbsarbeit „Lebendiger Quell“ zur Verfügung gestellt hat.

» Alles ändert sich andauernd. Ein Lebensstein ist ein Stück Vertrautheit, das mir niemand nehmen kann. «